Kapitel 3: Zitronen und andere Katastrophen

Von Anfang an Lesen:

In der Nacht, in der ich mir in Kopf gesetzt hatte, dass Gitte und ich auf dieser Messe unseren Durchbruch erleben würden, da hatte die Zukunft äußerst rosig ausgesehen. Ich hatte mir vorgestellt, wie wir mit unseren Köstlichkeiten an unseren Messestand schwebten, völlig entspannt die wunderschönen Vitrinen und Leuchtkästen mit Süßigkeiten bestückten und dann gut gelaunt und strahlend mit den Besuchern plaudern würden, die unsere süßen Stückchen verköstigten.

In meinem Traum hatten mit allen wichtigen Keksproduzenten und Zulieferern für 5-Sterne Hotels gesprochen und die waren natürlich total begeistert gewesen und hatten uns die Auftragsbücher gefüllt. Als allerletztes wäre Monsieur Petitfours vorbeigelaufen – der Chefeinkäufer vom Hotel Maximus, dass immerhin ein Michelin Stern hatte. Für ihn hatten wir von jedem unserer Kreationen das allerschönste aufgehoben und in einer extra wunderschönen Verpackungen gelagert. Er würde mit süffisant eingebildeten Blicken auf unsere Vitrinen herabschauen und fragen, ob er da mal eines probieren dürfte. Und dann hätte ich ihm mit einem zauberhaften Lächeln die goldscheinenden Kartonagen mit Creme-Brulee Pralinen, Schokowaffel-Talern und Pistazien-Creme-Teilchen gereicht. Er hätte die Kartonage ausgepackt, die Augen wären ihm übergangen, er hätte mit Entzücken eine Praline herausgeholt, ein kleines Stückchen abgebissen und sich dann unsterblich sowohl in die Süßigkeit als auch in Gitte und mich verliebt. Und fortan hätte er natürlich nur noch bei uns bestellt.

Die Presse wäre gekommen, hätte uns interviewt und womöglich hätte auch noch einer der Löwen aus der Investoren-Fernsehserie vorbeigeschaut und uns ein himmelschreiend gutes Angebot gemacht.

Mit einem beherzten Schritt in die Messehalle war ich nun allerdings in der Realität angekommen. Und die kam ziemlich ernüchternd daher und hatte nichts mit meiner romantischen Vorstellung zu tun.

Wir waren mit unseren schwer beladenen Ziehwagen einmal durch die ganze Halle gefahren. Vorbei an der Tiefkühl-Konkurrenz Foppenrath&Riese, bei denen Gitte sich das erste Himbeer-Mascarpone Törtchen gönnte. “Nur zur Konkurrenzbeobachtung!” mampfte sie und Moritz schnitt kopfschüttelnd eine Grimasse.

“So so.” grinste ich. Es war ja nicht so, dass ich das Teilchen nicht auch gegessen hätte, wenn ich nur Appetit gehabt hätte.Mir war immer noch flau im Magen. Einerseits, weil ich heute wirklich schon genügend Süßkram gegessen hatte, andererseits weil ich inzwischen sehr aufgeregt war. Und so beeilte ich mich, dass ich weiter kam. Wir gingen an der Abteilung mit Do-it-yourself Back-Mischungen vorbei, liefen durch die Frische-Bäckerei hindurch, in der es herrlich nach Brot duftete und durchquerten die Konditor- und Confisserie Ecke, in der auch das Cafe Adler mit seiner ausladenden, raumfüllenden Auslage zu finden war. Vom Chef war nichts zu sehen. Nur die Angestellten und Lehrlinge wuselten durcheinander und bauten die schicken Auslagen auf.

“Sag mal, bei dem Messestand… da sind die Auslagen und Vitrinen schon auch dabei, oder?” fragte mich Moritz während wir beide aus den Augenwinkeln heraus beobachteten, wie sich zwei junge Männer daran machten, einen riesengroßen Kühlschrank von Verpackungsmaterial zu befreien.

“Ich denke schon.” murmelte ich, denn ich war mir zwar sicher, dass ich ein Komplettpaket gebucht hatte. Was im Lieferumfang enthalten war, konnten ich jedoch nicht so genau sagen. Der Druck in meinem Magen verstärkte sich. “Die können ja nicht einfach Messestände ohne Präsentationsflächen vermieten!” ich lachte etwas hohl, mehr um mich selbst zu beruhigen. Konnten die doch nicht, oder?

Gitte hatte inzwischen nach unserem Stand Ausschau gehalten und rief in dem Moment:

“Schaut mal da hinten!”

Sie zeigte auf den rückwärtigen Teil der Halle über dem in großen Buchstaben “Cupcakes, Muffins und Törtchen” angepriesen wurden. Darunter waren mehrere einfache, weiße Plastikrahmen aufgestellt, deren Standfläche im Vergleich zum Café Adler verschwindend gering aussahen. Es würde gerade reichen, dass wir zu zweit darin Platz finden konnten, wenn wir uns nicht zu viel bewegten.

An zwei Seiten begrenzte jeweils eine weiße, geschlossene Kunststofffront die Auslagefläche. Nach vorne hin gab es einen kleinen Tisch, ebenfalls aus dem langweiligen hellen Kunststoff. Darüber prangte eine Lichtinstallation, die bedenklich hin und her wackelte.

Moritz blieb kurz stehen und zog die Augenbrauen hoch. “Das Dekomaterial und so, das ist bestimmt in einem der Kisten, die wir mitgebracht haben?” Moritz steuerte zielsicher auf Stand G876 zu. Es war der mittlere von drei zusammenhängenden Standardaufbauten und  in meinen Anmeldeunterlagen mit dem Namen “CupCake Café” versehen. Hier allerdings war der Name unseres Cafés nirgends zu sehen. Unterhalb der Lichtinstallation konnte ich erkennen, dass Platz für ein selbstgebasteltes Schild gewesen wäre. Der Druck in meinem Magen wurde zu einem großen Ziegelstein.

Bis vor zehn Sekunden hatte ich mir noch Sorgen um zitronige Schoko-Cookies gemacht und deshalb ein flaues Gefühl im Magen gehabt. Jetzt bestand mein Bauch aus zehntausend Schmetterlingen, die versuchten meinen Magen herumzudrehen und das innere nach außen zu kehren.

“Öhm.” Moritz räusperte sich. “Ich könnte mich irren, aber kann es sein, dass du uns euer Firmenschild noch gar nicht gezeigt hast?”

Ich sah Moritz an, aber mir fiel keine Antwort ein. In meinem Kopf hatte sich ein gerade ein schwammige Masse gebildet, die keinen klaren Gedanken zuließ. Nur langsam begann ich begreifen, dass das was wir sahen alles war, was ich gebucht hatte.

“Sophie? Hast du eine Ahnung, wo unser Firmenschild sein könnte?” wollte Gitte unternehmungslustig wissen.  “Und wo sind die Glasvitrinen?” Sie hatte noch gar nicht realisiert, dass diese Dinge einfach nicht vorhanden waren.

“Ich… ich….” Mir blieben Luft und Spucke weg. Ich hatte gedacht, dass alles vor Ort sein würde. Und das wir nur unsere Törtchen, Cupcakes und Popcakes mitbringen brauchten. Wir hatten ja nicht mal ein Tischtuch und Servietten dabei.

“… ich wusste nicht, dass man seine eigene Ausrüstung mitbringen muss.”

Meine Stimme war nur noch ein Flüstern, während mir die Katastrophe erst so richtig bewusst wurde: wir hatten keine Präsentierflächen! Auf dem kleinen Tischchen war grade mal Platz für ein kleines Ofenblech voller Macarons. Aber mehr auch nicht! Ich hatte mir vorgestellt, dass wir hübsche Warenständer zur Verfügung haben würden, die an den ganzen Messewänden entlang gebaut waren. Und auf denen Platz für unser komplettes Sortiment sein würde. Das musste doch alles ein Irrtum sein!

“Das kann nicht wahr sein!” Ich wühlte nach meinem Handy, um den Messebauer anzurufen. Während ich dem gleichmässige Tuten im Telefonhörer lauschte, drehte ich mich einmal im Kreis und begutachtete die anderen Aussteller, die ebenfalls die mickrigen, kleinen Ministändchen gebucht hatten.

Sie hatten alle ihre eigenen Regale, Tischchen, Bodenhocker, Hängeampeln und Vitrinen dabei. Eine Ausstellerin genau neben mir, die Backzubehör auspackte, stapelte ihre verpackten Bleche und Springformen einfach vom Boden weg nach oben und machte daraus Verkaufs-Pyramide wie im Großmarkt.

Gitte war meinem Blick gefolgt.

“Sieht aus wie im 1 Euro Laden!” stellte sie pikiert fest. Leider hatte sie so laut gesprochen, dass die Frau mit dem Backzubehör interessiert aufschaute und uns an grinste.

“Na, habt ihr auch das günstigste Angebot gebucht? Alles andere ist mir immer viel zu teuer. So viel wirft mein Online Shop nicht ab, dass ich die Quadratmeterpreise auf der anderen Seite der Halle bezahlen könnte. Der Platz hier ist gar nicht schlecht. Immerhin laufen eine Menge Leute vorbei.” plauderte sie munter drauf los, während sie weitere Produkte aus den Kisten holte und von Hand hübsch auftürmte.

Ich wandte mich von ihr ab und blickte auf unsere anderen Nachbarn. Zwei jüngere Männer waren damit beschäftigt, ihre glutenfreien und veganen Backmischungen auszupacken. Bunte Tischdecken, die farblich zu ihrem großen Firmenschild passten, breiteten sie auf Klapptischen und Klapphockern aus. Diese dekorierten sie mit hübschen Gläsern, Perlen und Tellern und darauf kamen die gesunden, etwas klebrig aussehende Kuchen.

Ich ließ mein Telefon sinken, weil sowieso keiner am anderen Ende abnahm. Mit brennenden Augen besah ich mir unseren nackten, hässlichen Stand: Was für eine Katastrophe! Nicht mal eine lächerliche Etagere, keine Spiegel, keine Platten, keine Servietten oder bunten Tischdecken – wir hatten nichts! Selbst unseren guten Namen hatte ich vergessen!

Wir konnte genauso gut wieder nach Hause fahren. Vor lauter Aufregung fingen meine Finger an zu kribbeln und mein Puls ging nach Oben. Ich hörte meine Herzschlag in meinen Ohren pulsieren und die Welt um mich fing sich an zu drehen. Wie hatte das nur passieren können?

“Das ist eine Katastrophe!” rief ich. Offenbar viel zu laut, denn es drehten sich einige Leute nach mir um. Ich sah mich zu Gitte und Moritz um, die inzwischen den mikrigen, kleinen Stand in Besitz genommen hatten, dort unsere Habseligkeiten abstellten und dann anfingen auszuladen. Nein, nein, NEIN, wollte ich brüllen – aber ich hatte keine Luft. Ein riesegroßer Kloß hatte sich in meinem Hals gebildet und machte mir das Atmen schwer.

“Das kann doch alles nicht wahr sein.” jammerte ich vor mich hin, als ich langsam auf die Bretterbude zu ging. Gitte blickte von einer Ecke in die andere und dann wieder zurück zu unseren Kisten und Paletten. Es ging ihr offensichtlich ähnlich wie mir.

“Wieso wussten wir das nicht?” fragte sich mich, als ich endlich zu ihr aufgeschlossen hatte.

“Ich weiss es nicht.” flüsterte ich. “Das muss ich wohl übersehen haben!” Und dann floß ein ganzer Sturzbach von Tränen an meinem heißen Gesicht herunter

Neben mir räusperte sich Moritz.

“Also, meine Uhr sagt mir, dass in etwa 15 Minuten die Messe eröffnet wird. Hat jemand einen Plan B?”

Nein, natürlich hatte ich keinen Plan B. Mir war inzwischen schwindlig, ich setzte mich mit angezogenen Beinen auf den Boden und legte den Kopf auf die Knie. Die Tränen liefen immer noch und ich schluchzte hemmungslos vor mich hin. Was für eine Katastrophe! Was für eine Blamage!

In 15 Minuten würden die Türen für die Besucher aufgehen. In spätestens einer halben Stunde würden hier jede Menge Leute vorbei laufen. Potentielle Kunden, die sich großartige, verführerische und bunte Auslagen erhofften. Statt dessen würden sie bei uns nur eine karge, weisse Kunststoffwand und Gebäck in Kisten und Kästen vorfinden. Und natürlich mich. Mit verheulten, dicken Augen und einer fiesen Triefnase.

.“Ich versteh dass nicht.” wisperte Gitte. “Warum haben alle um uns herum an die Dekoration des Standes gedacht, nur wir nicht?” Sie deutete auf einen Aussteller in der Reihe uns gegenüber. “Guck mal, der hat einfach ein paar bunte Plakate aufgehängt, auf denen tolle Fotos sind. Das hätten wir doch auch gekonnt!” Sie sah mich fragend an. Fragend und anklagend, wie mir schien.

“Das hätten wir allerdings auch gekonnt! Wenn wir es nur gewusst hätten!” fügte Moritz finster hinzu. Dann jedoch hellte sich sein Blick wieder etwas auf.

“Aber ihr habt Glück. Ihr habt den weltbesten Kurierfahrer dabei! Ich kann schnell losdüsen und die Backstube und das Kaffee leer räumen!”

“Wir haben doch gar nichts vorbereitet!” schniefte ich in Weltuntergangsstimmung. “Das nützt doch gar nichts.”

Aber Gittes Augen begannen zu strahlen.

“Mensch, das würdest du für uns tun?” Ich fand Gitte ja schon manchmal etwas naiv, aber das hier toppte alles. Die beiden benahmen sich plötzlich, als ob Moritz nur noch schnell die Servietten holen müsste.

“Aber natürlich, für mein Schwesterchen und meine Lieblings-Teilzeit-Chefin mach ich das doch gerne.”

“Und was soll das nutzen?” Trotzig sah ich zu den beiden hoch. Und erkannte, dass sie nicht so einfach aufgeben würden. Nicht so einfach wie ich jedenfalls.

Gitte begann schon eine Liste für Moritz zu schreiben.

“Den Wandspiegel, das Tischtuch mit den Spitzen, die guten Servietten, die Teller mit den bunten Rändern…”

“Hey, sag mal. Das sind aber alles keine Sachen aus dem Laden, die du da aufzählst. Das sind Dinge aus meiner Wohnung!” schnaubte ich entrüstet.

“Ja, na und?” Gitte sah nicht mal hoch und ich war froh, dass ich ihr Gesicht nicht sehen konnte, denn ihre Stimme war eisig und spitz wie ich sie noch nie gehört hatte. “Du hast es doch auch verbockt!”

Gitte schrieb weiter und ich wagte nichts mehr zu sagen. Am Schluß standen ungefähr elf oder zwölf meiner Einrichtungsgegenstände auf dem Zettel. Außerdem meine Adresse und eine Wegbeschreibung.

“Wohnungsschlüssel!” befahl mir meine Freundin und ich händigte Moritz gehorsam meinen Schlüsselbund aus.

“Mach nicht so viel Sauerei.” wagte ich anzumerken.

Gitte verdrehte die Augen. “Wie wenn wir sonst auch grade keine Probleme hätten.”

Moritz schnappte sich Zettel und Schlüssel und stob um die Ecke. Es sah genauso aus wie in einem Comic: mit fliegenden Haaren, durchdrehenden Beinen und einer Staubwolke, die alleine zurück bleibt, wenn der Held die Bühne verlassen hat. Ich sah ihm ein oder zwei Herzschläge lang hinterher – bis sich eine sehr wütende Gitte in mein Sichtfeld schob.

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Kapitel 2 – Zitronen-Überraschung

Du bist zum ersten mal hier? Dann fang am Anfang an!

 

Am nächsten Morgen parkte Moritz den weißen Transporter, den wir uns für diesen Tag ausgeliehen hatten, auf dem Messegelände. Hinter den drei großen Hallen waren die Ausstellerparkplätze so eingeteilt, dass wir nur ein paar Schritte zur Tür mit der großen Aufschrift “Für Aussteller” zu überwinden hatten.

“Toll, ich wollte schon immer mal durch die Künstler-Türe rein!” Gitte freute sich ein Loch in die den Bauch, während wir unsere Paletten mit den bunten Cupcakes, den duftenden Muffins und anderen süßen Köstlichkeiten auf einen Handwagen verluden.

“Und das wollt ihr wirklich alles nur ausstellen?” Moritz leckte sich genießerisch die Lippen und machten Anstalten sich an den süßen Naschereien vergreifen zu wollen.

“Nichts anfassen!” Ich boxte ihn spielerisch in die Seite, wohl wissend, dass er nur Quatsch mit uns machte. Niemals hätte er sich ohne zu Fragen an unseren Backwaren vergriffen. Das war jedenfalls das, was er mit Unschuldsmiene immer wieder behauptete, wenn er allein im Kaffee war. Andererseits konnte ich ihm das Gegenteil aber auch nicht nachweisen: Moritz konnte essen was er wollte und nahm kein Gramm zu.  Mit seinen blonden, verstrubelten Haaren sah er auch heute zum Anbeißen aus. Aber das verriet ich ihm natürlich nicht. Genausowenig wie ich ihm noch niemals gesagt hatte, dass ich jedesmal Herzklopfen bekam, wenn er um die Ecke bog und mir sein unnachahmliches Lächeln schenkte.

Moritz studierte an der hiesigen Universität und obwohl er es nicht darauf anlegte, umschwirrte ihn meistens ein ganzer Pulk von Verehrerinnen. Ich vergaß immer wieder, was genau er studierte. Aber es hatte viel mit Informatik zu tun und seit neustem spielte Medizin ebenfalls noch eine große Rolle. Jedenfalls war es ein Studiengang, in dem man klischeehafterweise eher die bebrillten Nerds erwartet hätte, als gutaussehende, blond-verwuschelte Surfer-Typen. Trotzdem bescherte uns seine bloße Anwesenheit Extra-Umsatz an den wenigen Samstagen, an denen er uns im Kaffee aushalf. Der Latte Macchiato und Cappuccino Verbrauch in seiner Schicht stieg in luftige Höhe und sämtliche Tische und Stühle wurden von Studentinnen belagert, die mit dem festen Vorsatz zu Lernen ins Kaffee kamen.

“Hey Brüderchen,”

Gitte lud einen Stapel Schokoladen-Vanille Cookies aus dem Laster und steckte Moritz gönnerhaft einen der Knusperkekse in den Mund.

“Ich glaube auf einen von diesen hier können wir verzichten!”

Moritz verschluckte sich fast an dem großen Keks, hustete und lachte gleichzeitig und spukte schließlich ein paar Krümel vor das Auto.

“Mhm… da habt ihr ja tief in die Experimentierkiste gegriffen!” sagte er immer noch lachend und lud weitere Kisten auf unseren Rollwagen, während er den Rest des Cookies mit den weißen Schokoladenraspeln darauf vorsichtig zerkaute.

“Wie meinst du das?” Die Cookies waren nach einem ganz neuen Rezept von mir gebacken. Ich hatte es erst in dieser Woche zur Perfektion gebracht und sie zur Premiere mit auf die Messe genommen. Cookies gehörten normalerweise nicht in unser Repertoire.  Gitte und ich fanden “Kekse” viel zu normal. In der Tat war das Rezept keine allzugroße Herausforderung gewesen. Das Ergebnis fand ich trotzdem extrem schmackhaft, da durfte selbst Moritz mit den Glitzeraugen nicht darüber meckern.

“Naja, ich mag Schokoladen-Cookies eigentlich ganz gerne. Aber hier ist  so viel Zitrone drin, das ist nicht mein Geschmack.” Jetzt bemerkte ich auch den etwas verkniffenen Zug um seinen Mund.

“Zitrone??” echote ich. Gitte und ich schauten uns mit großen Augen an. Die Cookies sollten nach Vanille und Schokolade schmecken. Aber ganz gewiss nicht nach Zitrone.

“Ja, ganz eindeutig Zitrone.” wiederholte Moritz. “So verschlafen bin ich auch wieder nicht, dass ich das nicht heraus schmecke.”

“Wir glauben dir ja. Aber da gehört doch nur ein Hauch von Zitrone rein?” wunderte sich Gitte, als sie sich ebenfalls einen der Cookies nahm und mich fragend ansah. Ich verkniff mir eine Antwort und zermaterte mir das Gehirn darüber, wo dieser Zitronengeschmack wohl herkommen mochte. Denn eigentlich, wenn man es genau nahm, gehörte gar keine Zitrone in diese Kekse!

Während sie noch abbiss, kamen Erinnerungsfetzen in mir hoch. Konnte es sein, dass ich vielleicht ein paar Zutaten verwechselt hatte? Womöglich waren mir ein bisschen zu viel Zitronenabrieb und etwas zu wenig Kakao in den Teig gerutscht. Eventuell hatte ich den Kakao sogar ganz vergessen? Ich versuchte mich einen Moment länger daran zu erinnern, dass ich Kakao verührt hatte, fand das passende Bild in meinem Kopf aber nicht. Ich griff nun selbst nach einem der Kekse und drehte ihn prüfend zwischen meinen Fingern erst auf die eine, dann auf die andere Seite. Er war verdächtig hell.

“Bäähhh!” machte Gitte. Ihrem verzogenen Gesicht nach war eine ganze Menge Zitrone zu viel in den Cookies. Nicht nur “ein kleines bisschen”.

“Die schmecken überhaupt gar nicht nach Schokolade!” Gitte hatte sichtlich Mühe den Keksteig in ihrem Mund hinunter zu schlucken.  “Wir können sie entweder direkt im Auto lassen oder wir sagen, das gehört so. Es schmeckt ein bisschen wie diese französischen Bonbons. Ihr wisst schon… diese…. ach, ich hab schon wieder den Namen vergessen!”

Sie überlegte kurz, während ich prüfend in den Cookie hinein biss. Eigentlich war das ein absolutes No-Go. Nach einer ganzen Nacht, in der ich ausschließlich mit süßen Zutaten gearbeitet hatte, hätte ich jetzt einiges für ein deftiges Frühstück mit Speck und Eiern gegeben. Jetzt noch mehr Zucker auf die ohnehin schon völlig übersüßten Geschmacksnerven zu geben, wiederstrebte mir in diesem Moment völlig. Ich eignete mich in diesem Zustand überhaupt nicht um leichte Geschmacksunregelmässigkeiten zu erkennen. Trotzdem nahm ich einen beherzten Biss von dem knusprigen Keks und drehte die Portion kauend auf der Zunge hin und her.

Die „leichten Unregelmässigkeiten“ entpuppten sich als totaler Fehlschlag. In meinem Mund entfaltete sich eine süßsaure Geschmacksexplosion, die mich fast ausspucken lies. Kein Zweifel: Moritz hatte recht. Irgendwas war das schief gelaufen. Mit verkniffenen Mienen kauten wir vor uns hin.

“Ist doch nicht so schlimm.” riss uns Moritz aus unseren Gedanken. “Man kann die Dinger ja trotzdem noch essen!” er grinste mich an, packte den Griff des Handkarrens und ging auf die große, blau gestrichene Messehalle zu. “Lasst uns jetzt einfach mal rein gehen. Wenn wir noch pünktlich zur Eröffnung aufbauen wollen, dann sollten wir jetzt mal ein bisschen Gas geben!”

Erst jetzt bemerkte ich, dass wir nicht die einzigen waren, die hier ihre Waren ausluden.  Der Parkplatz war inzwischen rappelvoll. Autos mit und ohne Anhänger und kleine Lieferwägen stauten sich durch die Reihen der parkenden Fahrzeuge. Viele Autos hielten einfach irgendwo an, möglichst nahe an den Eingangstüren und sogar unser Transporter war auf einer Seite zugeparkt worden, ohne dass wir es mitbekommen hatten. Wahre Menschenmengen rollten voll beladen über den Platz und verschwanden in der Messehalle. Ich fragte mich, wie riesengroß das Gebäude von innen wohl sein mochte, dass all diese Leute darin Platz finden würden?

“Ja, dann gehen wir wohl mal rein!” Ich packte unseren vollbeladenen, klappbaren Transportwagen am Griff, während Moritz den großen Sackkarren schon vor mir her zog. Gitte packte den Bollerwagen, dessen Inhalt so hoch gestapelt war, dass er bei jedem Schritt hin- und herschwankte.

Schnell spukte ich den letzten Rest Zitronenkeks aus, als ich mich unbeobachtet fühlte. Immer noch wühlte ich in meinem Gedächtnis nach Resten von Erinnerungsfetzen der letzten, durchwachten Nacht in der Backstube. Hoffentlich hatten wir nicht aus Versehen noch andere Zutaten verwechselt!

Kapitel 1 – Chaos in der Backstube

Vom Anfang lesen: Prolog

In unserer kleinen Backstube sah es aus, als wäre ein mittelgroßer Tornado hindurch gefegt. Über Nacht hatten meine Freundin Gitte und ich ein riesengroßes Chaos angerichtet. Nun standen und lagen überall Backformen und Bleche herum, es roch nach Zimt und Vanille und auf der Anrichte waren überall kleine Pfützen von Himbeer- und Heidelbeersauce verteilt. Die Arbeitsfläche war durchgehend mit einem leichten Überzug aus Mehl bedeckt und wir selbst sahen aus, wie Zuckerbäcker, die sich einmal durch all ihre eigenen Zutaten gewälzt hatten.

“Du siehst aus wie ein kleines Marzipanschweinchen!” grinste ich, während Gitte das letzte Blech Vanille-Lavendel Muffins aus dem Ofen holte. Sie hatte direkt auf ihrem Hinterteil einen riesengroßen, himbeerroten Fleck, der hübsch vor sich hin glitzert. Sie hatte sich, direkt nachdem sie ein halbes Pfund Himbeeren in Matsche verwandelt hatte, vor Schreck in eine vorbereitete Zimt und Zucker Mischung hinein gesetzt hatte.

“Hä?” Mit dem heißen Muffinblech in der Hand drehte sich meine Freundin zu mir herum. “Was hast du gesagt?” Dabei stieß sie an die Abkühlablage auf der Arbeitsplatte. Die begann gefährlich zu rotieren und knallte an eine kleine Glasschüssel, die mit Zuckerhagel gefüllt war. Gleich daneben standen fertige, in Schokolade getauchte Heidelbeerschaum-Pralinen, die darauf warteten, dass ihre Glasur fest wurde. Mit einem Hechtsprung nach vorne konnte ich gerade noch so verhindern, dass die Eigendynamik der Backutensilien den Pralinen Flügel verlieh. Das Zuckerschälchen bekam ich allerdings nicht mehr zu fassen. Es zerschellte in tausend Scherben auf dem Boden.

“Oh!” machte Gitte verdutzt. “So, ein Mist!”

“Ich hol den Besen!” seufzte ich. “Kannst du inzwischen das Frosting für die Erdbeer Cupcakes fertig rühren?”

Gitte passierten ständig solche Sachen. Es verging kaum ein Tag bei uns im Kaffee, an dem sie sich nicht aus Versehen irgendwo hinein setzte, etwas aus Versehen hinunter fallen ließ oder sich den Fuß an einem Schrank anschlug. Einmal hatte sie einen frischen Latte Macchiato quer über die Ladentheke verschüttet, genau auf die Anzunghose des Kunden. Bis heute war nicht ganz klar, wie sie das geschafft hatte, denn es gab keine Stolperfallen auf dem Boden, über die sie hätte fallen können. Jedenfalls hatte ich an diesem Punkt beschlossen, dass es für Gitte besser war, wenn sie erstmal mehr in der Backstube und weniger am Kundentresen arbeitete. Wir konnten es uns nicht leisten, die wenigen Gäste, die unsere kleinen Törtchen, Cupcakes und den Bio-Kaffee aus der Barista-Maschine genießen wollten, auch noch durch Missgeschicke dieser Art zu vergraulen.

Dafür war Gitte sehr zuverlässig. Meistens jedenfalls. Vor allem bei den Dingen, die ihr Spaß machten. Wenn es ums Backen ging jedenfalls, konnte ich zu 100 Prozent auf sie zählen. Wer sonst hätte sich mit mir eine ganze Nacht in diese Backstube gestellt, nur um dutzende Kreationen von süßem Backwerk fertig zu kriegen? Und außerdem war sie natürlich meine allerbeste Freundin und Partnerin in unserem kleinen CupCake Café.

Jetzt versuchte Gitte, ihren Hintern sauber zu bekommen. Das sah sehr lustig aus, denn sie drehte sich im Kreis wie Nachbars Katze, wenn sie ihren eigenen Schwanz jagte. Ich lies mich mitsamt meinem Besen auf einen Hocker fallen und sah ihr müden dabei zu, wie sich bemühte die Himbeersoße abzuwischen. Seit 2 Uhr früh kneteten, rührten und backten wir alle möglichen kleinen Köstlichkeiten. Mein Rücken schmerzte, meine Augen brannten und so wie ich meine Freundin kannte, war diese erneute Schusselei ebenfalls ein Zeichen dafür, dass sie einfach müde und erschöpft war. Und trotzdem wollten und mussten wir jetzt noch mal alle Energie zusammen nehmen.

Während ich den Boden von den klebrigen und süßen Zutaten reinigte, ließ ich die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren. Mein übermüdetes Gehirn konnte es eigentlich noch gar nicht fassen, ich fühlte mich ein bisschen wie in einem Traum, aber der rote Kringel auf unserem Kalender wusste es besser: heute war tatsächlich das magische Datum. Unser großer Tag!

Ich hatte mich getraut, einen Messestand auf der “Sweet Bakery” zu buchen. Die “Sweet-Bakery” war eine Fachmesse für Kuchen- und Tortenbäcker. Alles was Rang und Namen in der Branche hatte, fand sich hier ein um die neusten Kreationen der selbstgemachten Süßspeisen zu präsentieren. Und natürlich kamen auch jede Menge kleinere Kuchenbäcker, die versuchten sich ebenfalls mit ihren Köstlichkeiten einen Namen zu machen und neue Kunden zu gewinnen.

Die Messe fand alle zwei Jahre in immer wechselnden Städten statt. Dieses Jahr war sie zu Besuch in unserer Heimatstadt und weil die Ausrede der Anfahrts- und Übernachtungskosten damit komplett weg gefallen war, hatten Gitte und ich zugegriffen. Ich hatte monatelang unsere Bücher gewälzt, Kosten berechnet und Vor- und Nachteile aufgewogen. Gitte hatte mir immer mal wieder interessiert über die Schulter geschaut und recherchiert, wer sonst noch unter den Ausstellern sein würde. Wir wussten inzwischen ziemlich genau, wen wir auf der Messen treffen würden und wo wir unseren Namen gerne platzieren wollten. Der einzige wirklich große Haken an der Sache war nur, dass selbst die minikleinsten Ausstellungsflächen fast ein halbes Vermögen kosteten. Jedenfalls aus der Sicht unserer Buchhaltung. Ich hatte zig Nächte mit pochendem Herzen wachgelegen und darüber nachgedacht, ob wir uns das leisten sollten. Und wer würde in dieser Zeit das Café aufmachen? Oder sollte es an diesem Tag geschlossen bleiben?

Zumindest diese Frage konnte ich mit einem ganz klaren “Nein” beantworten. Wir hatten in diesem Monat weniger Umsatz gemacht als sonst. Das kam vor allem daher, dass nur zwei Häuser weiter vor kurzer Zeit eine neue Bäckereikette ihre Filiale eröffnet hatte. Der Marktplatz unserer Stadt war groß und bot viel Platz für das Aufstellen von Stühlen und Tischen unter großflächigen Sonnenschirmen. Die neue Bäckereifiliale hatte aus diesem Grund ihr bisheriges Konzept geändert und bot nun zu unserem Leidwesen nicht nur Brot und Brötchen und die üblichen Süßbackwaren an – nein, es gab ein “erweitertes” Sortiment mit kleinen Törtchen, Cupcakes und Muffins. Nur eben viel günstiger als bei uns. Dadurch blieben unsere hübschen Holztischchen öfters unbesetzt. Auch wenn bei uns alles Handarbeit und in Bioqualität produziert war.

“Und die größte Sauerei ist ja noch, dass die Sonntag-Nachmittags auch geöffnet haben dürfen!” schimpfte Gitte regelmäßig, wenn wir an sonnigen Sonntagen im Café standen und mit ansehen mussten, wie die Leute in die Bäckerei strömten. Auch solche, die schon öfters bei uns eingekauft hatten.

Erschwerend kam noch hinzu, dass es auf unserem Marktplatz weitere Angebote für Leute mit einem Hang zu süßen Backwaren gab.  Direkt auf der anderen Seite stand das altehrwürdige Cafe Adler, dass wohl schon seit anbeginn der Zeitrechnung dort stehen musste. Zumindest wenn man dem Besitzer Karl Sahneherz glauben mochte. Dort gab es allerlei feine Kuchen und Torten –  die meisten davon waren mit schweren Buttercreme- und Sahnefüllungen gemacht. Außerdem gab es “traditionelle Kaffeespezialitäten”, was in diesem Fall bedeutete, dass der Kaffee in Tassen oder Kännchen gereichte wurde und die Sahne in kleinen Porzellankännchen dazu gereicht wurde.

Und dann gab es noch die kleine In-Kneipe “Grünblatt”, in der die Gäste nicht nur Flammkuchen und belegte Baguettes essen konnten, sondern in der seit neustem auch einen kleine Auswahl an Rührkuchen angeboten wurde. Auf meine Nachfrage, warum Konrad, der Wirt, den Kuchen nicht bei uns einkaufen konnte, druckste er sichtlich herum.

“Weil ihr keine Schokomuffins habt!” mampfte einer seiner Stammgäste, als Konrad nicht mit der Sprache rausrücken wollte. Das stimmte zwar nicht, aber unsere Schokomuffins waren eben auch keine einfachen Muffins. Unsere Double-Choc CupCakes zeichneten sich durch eine dunkle Schokohaube mit weißen Schokostückchen darauf aus. Der kleine Kuchen darunter enthielt eine halbflüssige Schokoladenfüllung, die sich wie ein dunkler See um den Muffin herum verteilte, wenn man das Gebäck auf dem Teller mit der Gabel zerteilte. Und das war dann auch gleich der zweite Hinderungsgrund, warum Konrad unsere “Schokomuffins” nicht verkaufen konnte.

“Weisst du Sophia, eure Schokoladentörtchen kann man einfach nicht mit der Hand essen!”

Für die Gäste des “Cafe Adler” waren wir also zu jugendlich und für die Gäste des “Grünblatt” war unser Gebäck zu kompliziert. Und von den Leuten, die unsere Backwaren gerne aßen und in unser Café kamen, ging jetzt die Hälfte zum neuen Bäcker. Und genau das war der Grund, warum wir, koste es was es wolle, auf diese Messe mussten. Wir brauchten ein größeres Publikum als unsere Heimatstadt uns bieten konnte.

Prolog

Hätte mich jemand vor dem gewarnt, was in den letzten 12 Monaten mit meinem Leben passiert ist, dann hätte ich ihm ins Gesicht gelächelt und wäre einfach weitergegangen. “Was für ein Spinner!” wäre mir durch den Kopf gegangen. Oder ich hätte mich über die blühende Phantasie der betreffenden Person amüsiert. Aber niemals hielt ich für möglich, was ich in diesem Jahr erleben würde. Was mir passiert ist, ist so unfassbar unglaublich, das ihr mir vermutlich kein Wort glauben werdet. Und zu recht. Sogar wenn ich selbst darüber nachdenke kommt es mir vor, als ob ich mich in einem mittelmäßig erfolgreichen Fantasy-Kinofilm befinde. Aber ich kann euch versichern und auch beweisen, dass alles was ich euch hier aufgeschrieben habe, der Wahrheit entspricht. Jeder Teil meiner Geschichte ist genauso geschehen, wie ihr sie jetzt erleben werdet.

 

Zum Beispiel die Geschichte mit Herrn Schmonzette, der so unglaublich in Frau Sonnenstrahl verliebt ist. Und dann hat er ihr einfach einen von Juliettes “Liebe-deines-Lebens”-Macarons mit Himbeerfüllung als Geschenk vorbeigebracht. Das wäre vielleicht auch eine gute Idee gewesen, aber es gab ein paar unglücklich Zufälle, weil Herr Schmonzette die Gebrauchsanleitung nicht beachtet hat. Und dann war Frau Sonnenstrahl auf einmal in einen Dackel namens “Friedhelm” verliebt und Herr Schmonzette war so traurig, dass er beinahe vom Balkon seiner 3-Zimmer-Wohnung im ersten Stock gesprungen wäre.

 

Oder wie Tizian Aurelius Russ, gemeinhin nur als “Der Wächter” bekannt, auf einmal im Laden stand und alles in eine schwarze Rauchwolke hüllte. Ich dachte mein letztes Stündchen hätte geschlagen! Juliette konnte ihn dann mit Pfefferminzcreme vertreiben (denn die Wächter hassen Minze!) und ab da gab backten wir dann erstmal sehr viele kleine Backwaren mit minzigen Zutaten.

 

Aber bevor ich jetzt zu viele Details verrate, die alle sehr kompliziert zusammenhängen, wird es das beste sein, ihr lest einfach die komplette Geschichte von Anfang an. Dann ist vielleicht am besten zu verstehen, warum aus meinen blonden, langen Haaren zwischendurch blau-grün-rote Locken geworden sind und warum Gitte plötzlich mit einer langen Nase herum laufen musste, bis wir endlich diese eine Zutat gefunden hatte, die den Zauber der “Lüge-nicht” Kekse wieder aufheben konnte.